Google macht das sichtbare KI-Wasserzeichen bei Gemini optional — warum das wichtig ist

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Wer sich angewöhnt hat, in der Ecke eines Bildes nach dem kleinen Funken-Symbol zu suchen, um zu erkennen, ob es von Googles KI stammt, kann sich darauf jetzt weniger verlassen. Google hat eine Einstellung eingeführt, mit der man dieses sichtbare Zeichen abschalten kann.

Was sich geändert hat. Gemini (und Googles Video-/Musik-Tool Flow) hat jetzt in den Einstellungen einen Schalter „Media watermark" — an oder aus. Ist er ausgeschaltet, tragen Bilder aus dem Gemini-Bildwerkzeug, Videos aus dem Video-Tool und Musik aus dem Musik-Tool die kleine sichtbare KI-Kennzeichnung in der Ecke nicht mehr. Zu finden ist er in der Webversion von Gemini über das Zahnrad-Symbol unten links und dann „Media watermark". Google hat angekündigt, dieselbe Option auch für die Suche einführen zu wollen.

Was sich NICHT geändert hat. Der Schalter entfernt nur das Zeichen, das man sehen kann. Jede Datei trägt weiterhin ein unsichtbares digitales Wasserzeichen (genannt SynthID) und Metadaten (genannt C2PA), die fest in der Datei eingebettet sind — unabhängig von dieser Einstellung. Werkzeuge, die extra dafür gebaut sind, dieses verborgene Merkmal zu erkennen — etwa die Funktion „Mehr zu diesem Bild" in der Google-Suche —, können Inhalte weiterhin als KI-generiert identifizieren, selbst wenn das sichtbare Zeichen abgeschaltet ist.

Eine Ausnahme. In Ländern, in denen eine sichtbare KI-Kennzeichnung gesetzlich vorgeschrieben ist — China ist das Hauptbeispiel —, behält Gemini das sichtbare Wasserzeichen unabhängig von der Nutzereinstellung bei.

Warum das für Sie wichtig ist. Bisher war „kein Funken-Symbol in der Ecke" ein brauchbares, wenn auch unvollkommenes Indiz dafür, dass ein Bild wahrscheinlich nicht von Gemini stammt. Das stimmt jetzt nicht mehr — jeder kann das Zeichen ab sofort verbergen. Wer beurteilen will, ob ein Foto, Video oder Song echt ist, bekommt aus einem fehlenden sichtbaren Wasserzeichen allein keine Aussage mehr. Unser Ratgeber KI-generierte Fotos erkennen zeigt, was weiterhin funktioniert: eine Rückwärts-Bildsuche und die Prüfung des unsichtbaren Content-Credentials-Labels (C2PA) auf einer Seite wie verify.contentauthenticity.org — beides funktioniert unabhängig davon, ob der Ersteller das sichtbare Zeichen ein- oder ausgeschaltet hat.

Quellen

Veröffentlicht 17. August 2026← Alle News
Radim S.
Gründer & Redakteur

Radim ist Softwareentwickler, der seinen Tag damit verbringt, mit KI zu arbeiten, und seinen Abend damit, es Familienmitgliedern zu erklären, denen es egal ist, wie es funktioniert — nur was es für sie tun kann. Die Sicherheitsratgeber werden Aussage für Aussage gegen Primärquellen geprüft, bevor sie veröffentlicht werden.